Dem bundesweiten, auch für Göttingen geltenden Trend von über 150% erhöhten Fallzahlen der Einlieferungen von Kindern und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus begegnet das Projekt HaLT- Hart am Limit auf breiter Ebene.
Als Modellprojekt wurde es 2004 durch das Prognosinstitut evaluiert und inzwischen bundesweit implementiert, so auch in Niedersachsen.
Das Projekt setzt sich aus zwei Bausteinen, zusammen:
Dem einzelfallbezogenen, reaktiven Baustein und dem proaktiven Baustein mit Maßnahmen zur Einhaltung des Jugendschutzes.
Für beide Bausteine ist eine gute Vernetzung verschiedenster Institutionen und der Kommune vor Ort Voraussetzung.
Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Göttingen hat es seit Anfang des Jahres 2009 übernommen, dieses Projekt der Frühintervention in der Region Göttingen einzuführen.
Inzwischen besteht für die Region des Landkreises eine gemeinsame Trägerschaft mit dem Kinder-und Jugendbüro des Landkreises- Referat erzieherischer Jugendschutz. Anfang 2010 fand ein Halt-Netzwerktreffen in Göttingen statt, gemeinsam mit Kinder-Und Jugendbüro des Landkreises wurde Anfang 2011 ein regionales HaLT-Netzwerk Hann.-Münden einberufen und regionale Kooperation verabredet.
So können gemeinsame Maßnahmen der Alkoholprävention (wie etwa das Aufhängen von HaLT- Sorry-Plakaten an den Glühweinständen des Göttinger Weihnachstmarktes 2010) besprochen und abgestimmt werden.
Im reaktiven Baustein im Rahmen des HaLT-Projektes bietet die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention daher jeweils eine Jugendsprechstunde in Hann. Münden montags von 15.00 bis 16.00 Uhr und eine in Göttingen montags 16.00 bis 17.00 Uhr am Anfang der Woche an, damit im Bedarfsfalle Jugendliche direkt nach dem Wochenende im sogenannten Brückengespräch die Chance bekommen, ihre heftigen Erfahrungen zu bearbeiten und richtige Schlüsse daraus zu ziehen.
Auch die Eltern können sich zusätzlich oder gemeinsam zu dem Vorfall und ihren Möglichkeiten als Eltern, Einfluss zu nehmen, beraten lassen.